Wir haben uns im Laufe der Jahre auf zwei Kompetenzfelder spezialisiert: Instandhaltungs- und Assetmanagement. In diesen Bereichen haben wir umfangreiches Knowhow aufgebaut und können auf langjährige Erfahrungen in unterschiedlichen Branchen zurückgreifen.

Instandhaltung

In der Vergangenheit wurde die Instandhaltung im Wesentlichen als Kostentreiber gesehen. Es galt, die Kosten der Instandhaltung auf ein notwendiges Minimum zu begrenzen. Allerdings gewinnt die Instandhaltung sowohl volks- als auch betriebswirtschaftlich immer weiter an Bedeutung. Woran liegt das?

Zum einen nimmt der Anteil der Instandhaltungskosten an den Gesamtkosten in vielen Unternehmen zu, so dass der Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg kontinuierlich steigt. Ein zielgerichtetes Controlling der Instandhaltungskosten als auch ein effizientes Management der Instandhaltungsprozesse und -organisation werden damit zu essentiellen Erfolgsfaktoren.

Zum anderen wird den Kosten der Instandhaltung immer häufiger ihre Leistung gegenübergestellt. Die Instandhaltung ist dabei der wesentliche Treiber für Verfügbarkeit und Qualität der eingesetzten Anlagen. Die Steuerung der Zuverlässigkeit ist wiederum die Basis für einen reibungslosen Betrieb der Anlagen, der schlussendlich direkt Einfluss auf den Umsatz eines Unternehmens besitzt. Damit entwickelt sich die Instandhaltung zu einem echten Wettbewerbsfaktor.

Werden für Anlagen jedoch nur diese beiden zeitlich parallel verlaufenden Phasen des Lebenszyklus betrachtet, sind viele Parameter für Betrieb und Instandhaltung schon gesetzt und nicht mehr oder nur schwierig veränderbar. So wird beispielsweise die Zuverlässigkeit oder auch die Instandhaltbarkeit der Anlage maßgeblich in den Phasen vor dem Betrieb festgelegt. Die Entwicklung und Konstruktion sowie die bei der Beschaffung geforderten Eigenschaften der Anlagen sind maßgeblich für die instandhaltungsrelevanten Kriterien von Bedeutung.

Assetmanagement

Die ganzheitliche Betrachtung des Lebenszyklus einer Anlage ist wesentliches Merkmal des Assetmanagements. Neben den beiden parallel verlaufenden Phasen des Betriebs und der Instandhaltung werden hier auch vorgelagerte Phasen – wie die Entwicklung sowie die Beschaffung und der Anlauf neuer Anlagen – betrachtet. Insbesondere vor dem Hintergrund der ganzheitlichen Betrachtung des Lebenszyklus eines Assets ist auch die Entsorgungsphase mit in den Fokus aufzunehmen.

Unter Assetmanagement werden Vorgehensweisen zusammengefasst, die es erlauben, den Wert der zur Erreichung der strategischen Geschäftsziele eingesetzten Assets innerhalb einer Organisation zu maximieren. Es umfasst die Planung, Durchführung und Überwachung aller Maßnahmen zur Entwicklung und Verwaltung von Anlagegütern mit dem Zweck, die Güternutzung zu optimieren.

Wir sehen im Assetmanagement vier wesentliche Handlungsfelder:

Die Assetentwicklung hat einen großen Einfluss auf die Life-Cycle-Performance. Hier werden die Grundlagen für die späteren Phasen des Assets – den Betrieb, die Instandhaltung als auch die Entsorgung – getroffen. Die Assetentwicklung ist auf den ersten Blick wesentliche Aufgabe des Herstellers. Da die Herstellung von Assets jedoch in der Regel in sehr enger Abstimmung zwischen Hersteller und zukünftigem Betreiber sowie über viele Jahre hinweg erfolgt, ist die Assetentwicklung sowohl für Hersteller als auch für den Betreiber ein wesentliches Handlungsfeld.

Zur Sicherstellung einer hohen Life-Cycle-Performance wird schon die Entwicklungsphase von Assets nach Zielen wie

ausgerichtet. In diesem Zusammenhang fällt auch häufig der Begriff RAMS (Reliability, Availability, Maintainability, Safety). RAMS ist nach der Definition von EN 50126 ein Prozess oder eine Methodik, die mithelfen soll, Fehler schon in der Planungsphase von Projekten zu verhindern. RAMS kann bei der Entwicklung und Einführung von neuen Produkten angewendet werden, aber auch bei der Planung und Realisierung von neuen Anlagen. Neben der Herstellung neuer Assets ist auch die (Weiter-)entwicklung von Assets eine wesentliche Aufgabe von Betreibern. Unter diese Aufgabe fallen z.B. Modernisierungs- und Redesignmaßnahmen. Diese haben grundsätzlich das Ziel, die Lebensdauer von Assets durch Umsetzung von einmaligen Maßnahmen zu verlängern.

Wesentliche operative Aufgabe des Betreibers von Anlagen ist die Planung und Disposition der Assets für den Betrieb und die Instandhaltung. Eingangsgröße für die Planung und Disposition sind die verfolgten Instandhaltungsstrategien. Zu unterscheiden sind hier grundsätzlich kurative Strategien, die nach dem Ausfall eines Assets oder eines Bauteils eingreifen, und vorbeugende Strategien, die präventiv oder zustandsabhängig vor dem Ausfall eines Assets oder eines Bauteils eingreifen. Grundlegender Vorteil von kurativen Strategien ist die vollständige Nutzung des Verschleißvorrats. Wesentlicher Nachteil ist, dass in keinem Fall bei einem Ausfall eine Beeinträchtigung der Sicherheit einhergehen darf.

Bei kurativen Strategien ebenfalls zu berücksichtigen sind die damit verbundenen ungeplanten Ausfälle und Ausfallzeiten bis zur Instandsetzung und Tausch des Assets oder Bauteils. Daher empfehlen sich in vielen Fällen Strategien, die vor dem Ausfall eines Assets oder eines Bauteils eingreifen:

Vorausbestimmte Strategien, die Instandhaltungsmaßnahmen nach Zeit- oder Leistungsfristen realisieren:

Zustandsorientierte Strategien oder auch Condition Based Maintenance (CBM), die Instandhaltungsmaßnahmen nach dem Zustand der Assets realisieren:

Aufgrund sich rasant entwickelnder Technologien in Bereichen der Sensortechnik und der Massendatenverarbeitung – Big Data – setzen sich zustandsorientierte Strategien mit einer Vorhersagefunktion immer weiter durch. Diese unter dem Stichwort Predictive Maintenance zusammengefassten Strategien versuchen, einen guten Kompromiss zwischen Ausnutzung des vollständigen individuellen Verschleißvorrats eines Assets oder Bauteils und der Sicherstellung der Verfügbarkeit zu erreichen.

Das Zustandsmanagement bei Assets umfasst die Aufgaben, zu jedem Zeitpunkt, zu fest definierten Zeitpunkten oder ad-hoc den technischen Zustand eines Assets zu ermitteln und zu dokumentieren. Hierunter sind z.B. Aufschreibungen zum zeitlichen Verlauf der Zuverlässigkeit (MTBF), Verfügbarkeit, Instandhaltbarkeit (MTTR) und Qualität zu verstehen. Zum Monitoring des Zustands gehört unter anderem auch die Erfassung der Leistung der Assets. Bezogen auf Schienenfahrzeuge ist dies insbesondere die Erfassung der Laufleistung und -zeit. Aber auch Aufschreibungen zu gefährlichen Ereignissen sind für das Zustandsmanagement relevant, um Aussagen zur Sicherheit von Assets machen zu können.

Das Assetcontrolling befasst sich mit der kaufmännischen Bewertung der Assets. Dabei sind sowohl einmalige Zahlungen sowie deren periodisierten Aufwände und Kosten zu erfassen als auch laufende Aufwendungen für Betrieb und Instandhaltung. Die monetären Beobachtungen in einen Zusammenhang zu technischen Entwicklungen zu bringen, ist die Aufgabe eines zielgerichteten Assetcontrollings.

Unsere Projekte bewegen sich größtenteils in diesen vier Handlungsfeldern mit dem Schwerpunkt auf Instandhaltungsmanagement. Das den meisten Projekten übergeordnete Ziel ist dabei eine Maximierung der Life Cycle Performance der Assets unserer Auftraggeber.